Glaube ist doch keine Knetmasse!

In dieser Woche hatte ich ein kurzes aber interessantes Gespräch. Mein Gegenüber – ein Priester übrigens – war im Hinblick auf diverse Freikirchen der Meinung „die könnten ja wirklich mal langsam unsere Taufe akzeptieren“. Ich hatte ihn dann darauf hingewiesen, dass sie das ja tun, die katholische Taufe akzeptieren, nur eben nicht im Säuglingsalter. Gut, damit fällt in unseren Breiten (noch) der größte Teil der Taufen in Volkskirchen aus dem Raster, was meinem Gesprächspartner ausreichte, sein Befremden auszudrücken, denn so langsam könnte man das ja mal ändern.

Sorry, aber wenn diese christlichen Gemeinden der Überzeugung sind, dass es so eben richtig/biblisch/von Gott gewollt ist, können sie es nicht „einfach so“ ändern, nur weil es „in die Zeit passt“. Glaube ist doch keine Knetmasse, die sich in jedes beliebige Förmchen drücken lässt, das ihm gerade hingehalten wird. Ich frage mich, ob die Kehrseite einer solchen Haltung nicht auch ein Knet-Katholizismus ist – weil’s ja so zeitgemäß ist.

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6 Antworten zu Glaube ist doch keine Knetmasse!

  1. Ulrich schreibt:

    Zwar ist diese Ansicht dieser Freikirchen zweifellos falsch und zu verwerfen, dass sie daran festhalten (obgleich es Irrtum ist) zeigt immerhin einen Drang nach menschlicher Geradlinigkeit auf, den man tatsächlich bei den Mitgliedern der Kirche (freilich die katholische, welche sonst?) oft vermisst. 😉

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    • Heike schreibt:

      Sorry, es geht nicht einfach um „menschliche Geradlinigkeit“, sondern um feste Glaubensüberzeugung – ob man sie nun teilt oder nicht!
      In diesem Fall wie auch gegenüber der kath. Kirche geifen einfach Argumente wie „die könnten doch mal…!, „zeitgemäß“ oder Zweckargumente einfach zu kurz.

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      • Ulrich schreibt:

        Das ist mir schon klar, aber das Festhalten an falschen Überzeugungen ist doch nicht aus sich heraus richtig. Ich verstehe was du sagen willst. Mir imponiert das Verhalten der Freikirchler, aber das ändert ja nichts daran, dass es falsch ist.
        Das klingt jetzt sehr hart, soll aber nur der Klarstellung eines Prinzips dienen.

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    • Heike schreibt:

      Das Prinzip ist eigentlich ganz einfach:
      Treue zur erkannten Wahrheit steht gegen Anpassung der Überzeugung an das, was andere hören wollen.

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