Hirn und Herz wegen Überfüllung vorübergehend geschlossen!

Die volle Dröhnung: Stille Anbetung, Beichte, privater Rosenkranz, Krankensegen, sakramentaler Segen, Messe… und das alles an einem Tag – da kann ich eigentlich nur noch meinen Blognamen zitieren.

Ich mag Banneux. Vor allem mag ich die vielen kleinen und kleinsten Kapellen. Es spielt sich nicht alles an ein oder zwei Orten ab, sondern man kann sich problemlos zum privaten Gebet irgendwohin zurückziehen – entweder in die Kappelle, wo tagsüber das Allerheiligste ausgesetzt ist oder in die eine der anderen Kapellen (mit zwischen 10 und über 100 Plätzen), in denen zumindest ein Tabernakel zu finden ist. Auch an einem sonnigen Samstag im Mai, wie heute, konnte ich da auch mal alleine sein. Der Kommerz – also Restaurants und Devotionalienläden – ist etwas abseits, fein säuberlich abgetrennt. Die Läden habe ich mir diesmal nur in homöopathischen Dosen angetan.

Mein erster Weg führte mich zur Kappelle St. Michael zur stillen Anbetung vor ausgesetztem Allerheiligsten.

Beichten konnte ich später bei einem älteren Priester in Soutane. Laut Beschriftung an seinem Beichtstuhl kann man bei ihm in Niederländisch, Deutsch, Englisch, Französich und sogar Latein beichten. Sorry, bin bei Deutsch geblieben, und das war auch besser so. 🙂

Und danach passte alles irgendwie genau zusammen. Mein Rosenkranzgebet in der realtiv versteckten Kapelle in der Nähe der Beichtstühle war genau rechtzeitig zuende, um zur Andacht mit Krankensegen auf dem Hauptplatz zu kommen. Direkt im Anschluss gab es dann eine französischsprachige (Vorabend-)Messe. Danach war es dann aber auch gut.

Der Tag hat mir wirklich gut getan. Der Ort hat mir gut getan mit seiner Ruhe und mit den Möglichkeiten ungestört beten zu können. Könnte ich öfter mal gebrauchen.

Hier ein paar Bilder:


Und einige Links:

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Vom Umgang mit „Sperrigem“ – Thema Beichtgelegenheit

Am Gründonnerstag muss ich – wegen der Fußwaschung – immer auch an das Thema Beichte denken. Auch wenn es keine so ganz übliche Verbindung ist, so hat für mich die Fußwaschung und das, was Jesus dazu sagt, eine ganz enge Verbindung zur Beichte.

„Wer gewaschen ist, bedarf nichts, als dass ihm die Füße gewaschen werden; denn er ist ganz rein.“ (Johannesevangelium 13, 10)

Um dieses – sperrige – Sakrament und das dazugehörende sperrige Kirchenmöbel ging es auch in einem Artikel aus der Kölner Kirchenzeitung vom 15.04.2011. Der komplette Artikel ist bis Ende April noch in der PDF-Ausgabe auf Seite 45 zu lesen:

„Sakramentales Handeln – als Vermächtnis des Wanderpredigers Jesu – ist nicht an einen Ort oder etwa an eine Kirchenarchitektur gebunden. Diese kann unter Umständen mit ihrer Raumproportion und Lichtdramaturgie der körperlichen und seelischen Erfahrung der gefeierten Inhalte dienen. Dem hilft auch die Ausstattung – seien es Bilder, Ausschmückung oder – was im Folgenden näher betrachtet werden soll – der Beichtort.“

Von dieser Prämisse ausgehend folgt eine Schilderung der „Beichtorte“ früherer Zeiten – jeweils mit Deutung – bis der Autor dann zur heutigen Beichtpraxis kommt. Letztere allerdings sehr reduziert auf das Beichtgespräch und die dazugehörenden Beichtzimmer:

„Nur belegen die Erfahrungen mit in der Folge eingerichteten „Gesprächsräumen“, dass diese für die Mehrheit der Pönitenten offenbar auch nicht die passende Lösung sind: sie bleiben diesem Angebot einfach fern.“

Ich kann mich ja des Gefühls nicht erwehren, dass hier von den äußeren Gegebenheiten der Haupteinfluss auf die Beichtpraxis erwartet wird. Die Architektur, die Räume als psychologischer Kniff, der zum gewünschten Ergebnis führen soll. Mich würde doch sehr wundern, wenn die „Beichtzimmer“ Schuld daran wären, dass die Beichte aus der Mode gekommen ist. Fehlt uns also einfach nur der heute adäquate „Beichtort“? Und dann wissen die Katholiken plötzlich wieder etwas anzufangen mit Schuld, Vegebung, Verantwortung und Reue? Ich habe meine Zweifel!

Mit Recht richtet sich der Autor gegen Zweckentfremdung und „Profanierung“ der Beichtstühle z.B. durch Nutzung als Abstellkammer. An der Sinnhaftigkeit des folgenden Vorschlags habe ich allerdings auch meine Zweifel:

„Vielleicht können mit einer Rückbesinnung auf Ursprung und Heilsabsicht dieses Sakramentes Wege zur Erprobung neuer Formen alter Traditionen beschritten werden: Zwischen Aschermittwoch – dem Tag der Reue – und Gründonnerstag – in der Zeit der Buße und am Tag der Wiederaufnahme der Sünder in die Gemeinschaft der Gemeinde – sollte der Ort der Beichte eine besondere Herausstellung und Würdigung erfahren. Dies könnte deutlich unterschieden werden von der übrigen Zeit im Kirchenjahr, in der der Beichtstuhl möglicherweise verhüllt sein könnte.“

Ähm… Und wo beichtet man dann im restlichen Jahr? Oder soll das vermitteln „So, das war’s mit der Pflichterfüllung für dieses Jahr – das Thema kann man jetzt getrost bis zur nächsten Fastenzeit abhaken“? Na, das wird ganz sicher (nicht!) dazu beitragen, dass die Beichte wieder als selbstverständlicher Teil des praktizierten Glaubens etabliert wird!

Was bin ich froh, dass die Beichte

  1. an vielen verschiedenen Orten möglich ist: im Beichtstuhl, im Gesprächszimmer, in der Kirchenbank, in einem Wohn- oder Sprechzimmer, unterwegs auf einem Spaziergang oder einer Wallfahrt …,
  2. bei Vielen nicht aus der Übung gekommen ist und auch nicht reduziert auf die kurzen Perioden direkt vor den großen Feiertagen,
  3. immer noch in einigen Kirchen als regelmäßiges, sogar tägliches Angebot besteht und vor allem
  4. die bleibende Einladung Gottes ist – auch an mich – ihm wieder neu zu begegnen und Heilung zu finden!