Paul Gerhardt

stern_adv3 Einer der Liederdichter, die mich immer sehr berührt haben, ist Paul Gerhardt. Ich werde hier nicht viel über die Lebensdaten dieses bekannten evangelischen Liederdichters aus dem 17. Jahrhundert schreiben. Das haben andere Kompetentere ausführlich getan.

Dieser Mann, dessen Lieder so sehr von der Hoffnung und von der innigen Verbindung zu Christus sprechen, war wahrhaftig nicht auf Rosen gebettet. Er hat die Schrecken des 30jährigen Krieges und verschiedener Seuchen erlebt, stand mitten im Konflikt zwischen lutherischer und reformierter Lehre und musste auch persönlich mit einigen Schicksalsschlägen zurecht kommen. Im Alter von 14 Jahren war bereits verwaist. Er hat später auch vier seiner fünf Kinder sowie seine Frau verloren. Umso beeindruckender sind die Hoffnung und das Vertrauen, die in seinen Liedern zum Ausdruck kommen, auch wenn das Schwere nicht verschwiegen wird.

Im Wikipedia-Artikel heißt es: „Gerhardt wird auch das Verdienst zuerkannt, die Entwicklung vom Bekenntnislied zum Andachtslied und das zuversichtliche Preis- und Dankgebet gefördert zu haben. Seine Gedichte haben sich zu Volks- und Familienliedern christlichen Glaubens entwickelt.“ Seine Lieder sind also weniger für den gemeinsamen Gottesdienst, sondern eher für die persönliche Andacht gedacht. Sie erlauben es sich, subjektiv zu sein. Trotzdem haben sie Aufnahme in viele Gesangbücher gefunden – evangelische, freikirchliche und katholische.

Von Paul Gerhardt stammt zum Beispiel eines meiner zwei Lieblings-Adventslieder – ‚Wie soll ich dich empfangen‘:

Obwohl diese Texte so subjektiv sind und so stark das persönliche Glaubenserleben thematisieren, haben sie offenbar auch Gläubigen anderer Zeiten und Prägungen etwas zu sagen.

So schreibt Dietrich Bonhoeffer aus dem Gefängnis in Tegel über das Weihnachtslied ‚Ich steh‘ an deiner Krippen hier‘: „Ich hatte mir bisher nicht viel daraus gemacht. Man muss wohl lange allein sein und es meditierend lesen, um es aufnehmen zu können. Es ist in jedem Worte ganz außerordentlich gefüllt und schön. Ein klein wenig mönchisch-mystisch ist es, aber doch gerade nur soviel, wie es berechtigt ist; es gibt eben neben dem Wir doch auch das Ich und Christus, und was das bedeutet, kann gar nicht besser gesagt werden, als in diesem Lied.“ (in: Widerstand und Ergebung)

Bei aller notwendigen Betonung der Objektivität – und heute ist sie sicher nötiger als zu Paul Gerhardts Zeiten – braucht eben auch die persönliche Frömmigkeit ihren Raum.

‚Ich steh‘ an deiner Krippen hier‘ ist übrigens mein persönlicher Favorit unter den Weihnachtsliedern.



 

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Überraschung!

Nun habe ich bereits das zweite Weihnachtsfest in Wigratzbad verbracht. Im letzten Jahr wusste ich bereits im Vorfeld, dass ich an Heiligabend eingeladen sein würde und ich wusste, dass ich eine Bloggerin persönlich kennenlernen würde, mit der ich bis dahin nur in der virtuellen Welt Kontakt hatte. Dennoch hatten die Tage dort einige Überraschungen für mich parat. (Siehe hier und hier)

In diesem Jahr wusste ich erst mal nur, dass ich dorthin fahren würde und auch die Bloggerin wieder treffe. Binnen kurzer Zeit stand dann aber bereits zur Diskussion, ob ich eventuell ein Solo und/oder im Duett mit der Bloggerin singe (die dort während der Feiertage einige Male zum Orgelspielen eingespannt war). Ganz oben auf der Liste stand ein Lied, das der Direktor der Gebetsstätte gerne gehört hätte. Mir persönlich war das Lied vollkommen unbekannt.

Am Tag vor Heiligabend haben wir zum ersten Mal proben können. Zuerst stand das vom Direktor gewünschte Lied fest. Und während wir ein paar weitere Advents- und Weihnachtslieder gesungen/gespielt haben, gesellte sich dann noch mein Lieblingsweihnachtslied dazu, und dann eines meiner Lieblingsadventslieder für den Beginn der Christmette, und dann noch ein weiteres neues Lied… Und schlussendlich war der Plan, dass ich 4 Lieder während der Christmette singen sollte (in Worten: vier!), von denen ich zwei erst gerade gelernt habe. Als kleines Sahnehäubchen habe ich kurz vor der Mette erfahren, dass es auch noch über ‚k-tv‘ übertragen wird. Na, herzlichen Dank!

Nächste Überraschung: Ich wurde nach der Christmette zur Weihnachtsfeier im kleineren Kreis eingeladen. Es wurde ein sehr lustiger und entspannter Abend.

Ich glaube dennoch, ich sollte mir im nächsten Jahr genau überlegen, ob ich mich wieder gen Süden wage. 😉

Sehr dankbar bin ich im Übrigen auch für die bereichernden Begegnungen, die zwar keine echte Überraschung waren, die aber auch keineswegs sicher waren. Ich habe kürzer oder länger mit Menschen sprechen können, die ich sehr schätze und die mir trotz des Zeitdrucks der Feiertage diese Begegnungen ermöglicht haben. Danke!

Musikalischer Adventskalender

Auf YouTube gibt es schon seit 2009 jedes Jahr einen musikalischen Adventskalender. So auch in diesem Jahr.

Bisher fand sich dort immer eine Mischung traditioneller und neuerer Advents- und Weihnachtslieder, meist aus dem evangelischen Bereich. Ich gehe davon aus, dass das auch in diesem Jahr so sein wird.

Einfach mal reinhören!