Gar nicht so einfach

Graduale2Nach nunmehr 10 Jahren bin ich im alten Ritus – äh, in der ‚außerordentlichen Form des Römischen Ritus‘ – eigentlich zuhause. Wenn ich in der Bank sitze – knie – stehe, ist mir der Ablauf und auch das Singen der gleichbleibenden Teile (Ordinarium) ganz selbstverständlich.

Ganz anders sah es allerdings heute aus, als ich auf der Empore stand und für den Choral verantwortlich war. Genauer gesagt: Ich war die ‚Schola‘. Jetzt lag es an mir, das ‚Vidi aquam‘, Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei anzustimmen – möglichst zum richtigen Zeitpunkt. Lag es an der neuen Perspektive, der Verantwortung, der Aufregung? Ich war mir jedenfalls plötzlich gar nicht mehr so sicher, wann ich ‚dran‘ war. Und eigentlich vertraute Gesänge waren auch plötzlich gar nicht mehr so vertraut und selbstverständlich.

Es ist letztlich (fast) alles gut gegangen. Aber mein Respekt für diejenigen, die sich für diesen Dienst zur Verfügung stellen, ist gewachsen. Was aus der Kirchenbankperspektive normal und offensichtlich ist, ist es nicht automatisch auch, wenn man selbst dafür die Verantwortung trägt. Wieder was gelernt!

Beim nächsten Mal wird es dann hoffentlich etwas souveräner.

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Oration zum Fest Kreuzerhöhung

IMG_1490Gott, Du erfreust uns heute durch das festliche Jahresgedächtnis der Erhöhung des heiligen Kreuzes. Nun bitten wir: Laß uns im Himmel die Frucht der Erlösung durch Jesus Christus erlangen, dessen Mysterium wir auf Erden erkannt haben.

Oration in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus
(Übersetzung aus dem ‚Volksmeßbuch‘ von Urbanus Bomm OSB, gedruckt 1961)

Stundenbuch jetzt auch online

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Eine gute Nachricht! Die Web-Version des (kleinen) Stundenbuches ist mittlerweile ebenfalls online.

Jetzt kann man also das Gebet der Kirche auch via App oder und/oder online beten. Nochmals herzlichen Dank, an alle, die sich dafür eingesetzt und daran mitgewirkt haben!

Endlich verfügbar: Stundenbuch-App

Stundenbuch-AppVom Deutschen Liturgischen Institut und vom Katholischen Pressebund gibt es nun endlich eine App mit dem deutschsprachigen (kleinen) Stundenbuch – für iOS, Android und für WindowsPhone.

Die Bedienung ist sehr einfach. Für jeweils 10 Tage werden die täglichen Texte geladen, so dass man die App auch ohne ständige Internetverbindung nutzen kann. Ein sehr einfaher Einstieg ins Stundengebet und das auch noch kostenlos.

Eine Online-Version ist unter stundenbuch.katholisch.de vorgesehen, bisher allerdings noch nicht im Netz.

Bei der Gelegenheit möchte ich auch nochmal an den Bändelblog erinnern. Wer die Stundenbücher – großes oder kleines – besitzt, findet hier Angaben, was gerade ‚dran‘ ist.

Das Brevier von 1962 in Latein gibt es ebenfalls als App: Breviarium meum (iOS)

Dürfen Kultus und Kultur etwas kosten?

Die Nachrichten um den Bischof von Limburg reißen nicht ab. Ich habe mir vorgenommen, dazu nicht explizit Stellung zu nehmen und tue das auch jetzt nicht. Allerdings mache ich mir Gedanken um einige grundsätzliche Themen, die auch dabei wieder zum Tragen kommen.

Eucharistische Anbetung

Seit Beginn des Pontifikats Papst Franziskus‘ und mit den Zeichen, die dieser Papst setzt, taucht mit neuer Vehemenz die Frage nach der ‚Einfachheit‘ auf. Dazu habe ich hier auch schon einmal was geschrieben (‚Einfachheit, Schönheit, Schlichtheit, Würde, Glanz… wie denn nun?‚). Zumindest in unserem Land scheint sie immer auch mit der Frage verbunden ‚Welchen Nutzen hat das? / Wozu soll das gut sein?‘ Das Schöne, das (augenscheinlich) Zweckfreie hat in unserer technisierten Welt kaum noch eine Daseinsberechtigung. Mit dieser sehr säkularen Fragestellung werden dann auch Angelegenheiten der Kirche beurteilt. Das, was bei einigen Kirchenrenovierungen herauskommt spricht davon eine beredte Sprache (Stichwort: Multifunktionsräume). Meines Erachtens werden wir dadurch alle ärmer – auch die Armen. Ein Franziskanerbruder hat mir mal gesagt: Armseligkeit haben viele schon zuhause, das müssen sie nicht auch noch in der Kirche haben.

Ein Verwandter sagte mir häufiger mal, dass ihn z.B. ärgere, wieviel Geld immer für Silvesterfeuerwerk ausgegeben wird angesichts der vielen hungernden Menschen in der Welt. Ich habe ihn dann mal gefragt, wohin er selbst denn das gesparte Geld für das Feuerwerk spende. Nirgends! …

Ein anderer Vorwurf, der dem Bischof von Limburg gemacht wird, und auch dem emeritierten Papst Benedikt XVI – und vielen traditioneller geprägten Priestern – ist, dass die Gottesdienste stark liturgisch ausgeprägt sind und dazu auch kostbare Gewänder und liturgische Gerätschaften benutzt werden.

  1. Diese Gewänder und Gerätschaften sind meist schon vorhanden. Ich sehe keinen Grund, sie nicht auch zu benutzen. Es ist deshalb auch unsinnig, sich über ihren Wert aufzuregen.
  2. Mir ist schleierhaft, wie man allerorten den Wert von Ritualen neu entdecken kann und sich ausgerechnet in der hl. Messe darüber aufregen muss.
  3. Liturgie ist nicht in erster Linie eine katechetische Veranstaltung sondern Anbetung Gottes. Warum wundert man sich dann, wenn Gläubige ihre Liebe und Verehrung auch äußerlich ausdrücken wollen?

Sehr bezeichnend ist für mich eine kleine Begebenheit, die immerhin in drei der vier Evangelien auftaucht. Es geht um eine Frau, die ihre Liebe und Verehrung Jesu auf ‚verschwenderische‘ Weise zeigt:

Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an. Jesus aber sprach: Lasst sie in Frieden! Was betrübt ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. (Mk. 14, 6-7)

Es geht um Beziehung, nicht in erster Linie um Nutzen. Dass daraus dann auch die Sorge für und um den Nächsten erwächst, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Ich wehre mich aber gegen den Versuch, der Kirche von außen vorzuschreiben, was ihr am Christsein (einzig) wichtig zu sein hat.

Gaststatus adé!

Einige Male habe ich jetzt als Gast an Begegnungen der Hochkirchlichen St. Johannes-Bruderschaft teilgenommen (hier und hier nachzulesen). Dazwischen gab es Kontakte über Facebook, Mail, Telefon … und dabei wurde es mir immer klarer: Da möchte ich gern verbindlich dabei sein!

Von Seiten der Bruderschaft gab es offenbar keine Einwände, denn am 28.09.2013 wurde ich während der Vesper ins Noviziat aufgenommen:

Noviziatsaufnahme

So ein Gaststatus hatte natürlich auch seine Vorteile – alle Optionen offen, keine Verantwortung. Aber ich freue mich auf einen weiteren geistlichen Weg, den ich jetzt in engerer Verbindung zu anderen – Brüdern und Schwestern mit unterschiedlicher geistlicher Prägung – gehen kann. An meinen äußeren Lebensumständen – Wohnung, Arbeit etc. – wird sich zwar nichts ändern, trotzdem bin ich sehr gespannt auf die vor mir liegende Zeit, das Lernen und Kennenlernen.